Die lokale Entwicklungsstrategie

Die lokale Entwicklungsstrategie (LES) für das Waldviertler Grenzland ist ein umfassendes Konzept für die nachhaltige Entwicklung des Gebiets. Sie basiert auf einer Stärken-Schwächen-Analyse unserer Region. Auch die Ergebnisse einer demografischen Studie sind bei der Erarbeitung der Strategie miteinbezogen worden. Der Erarbeitungsprozess hat sich über mehrere Jahre erstreckt und die Themenschwerpunkte und Ziele der lokalen Entwicklungsstrategie wurden sorgfältig für unsere Region ausgewählt. Als übergeordnete Zielsetzung steht die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen sowie der Lebensqualität in der Region!


Drei Strategische Aktionsfelder - 9 Förderschwerpunkte

Für die LEADER-Förderperiode 2014-20 wurden drei strategische Aktionsfelder festgelegt. Innerhalb dieser Aktionsfelder konnten die Förderschwerpunkte für die jeweilige LEADER-Region selbst bestimmt werden.

In unserer Region wurden für jedes Aktionsfeld jeweils drei Förderschwerpunkte definiert. Das sind nun konkret jene neun Themengebiete für deren Umsetzung bei uns im Rahmen von LEADER Fördermittel gewährt werden.



Für Sie als Projektwerber bedeutet das: Damit Ihr Projekt über die Maßnahme LEADER gefördert werden kann, müssen der Projektinhalt sowie das Projektziel in zumindest eines dieser folgenden neun Themengebiete passen:


Weitere in der lokalen Entwicklungsstrategie vorgegebene Aktionsfeldthemen wie LebensLanges Lernen (LLL), Gender, Barrierefreiheit und Climate Proofing werden bei uns als Querschnittsthemen gesehen. Dies wird insbesondere auch bei der Projektauswahl berücksichtigt. Das heißt, jedes Projekt wird auch dahingehend beurteilt, ob es zusätzlich zum engeren Projektinhalt auf irgendeine Weise auch Wissen oder Bewusstsein vermittelt (LebensLangesLernen), ob es Gender-Aspekte berücksichtigt, also die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen unterstützt, sowie keine Bevölkerungsgruppe in irgendeiner Art und Weise diskriminiert wird und ob auf Barrierefreiheit geachtet wird. Unter Climate Proofing (zu deutsch: „Sicherung gegenüber dem Klimawandel“) versteht man sowohl Klimaschutzmaßnahmen als auch Strategien, Investitionen, Maßnahmen, usw. die der Anpassung an den bestehenden Klimawandel dienen. (Detailierte Informationen und Definitionen des Begriffs Climte Proofing finden Sie beispielsweise auf der Homepage der Plattform Klimawandel und Raumorientierung; www.klima-und-raum.org/)

 

AF1 Steigerung der Wertschöpfung

AF1-1 Weiterentwicklung des Tourismus- und Freizeitangebots in der Region

Die zentralen Stärken des Waldviertels sind eine intakte und unverwechselbare Natur- und Kulturlandschaft, das große Gesundheits- und Regenerationsangebot mit einer hohen Dichte an zertifizierten Gesundheitsbetrieben und nicht zu vergessen die zentrale Lage im Herzen Europas. Weiters steht das Waldviertel mit seiner archaischen Landschaft für besondere Bewegungs- und Naturerlebnisse, hochwertige regionale Produkte in Handwerk, Kultur und Kulinarik sowie authentische Gastgeber. Diese Stärken gilt es zu nutzen und auszubauen!

Unterstützt werden Projekte und Investitionen in den strategischen Handlungsfeldern  

  • Gesundheit,
  • Kulinarik und Regionalität (inkl. Kultur und Handwerk),

  • Natur als Erlebnis sowie

  • Sport & Bewegung.

VISION: Das Waldviertel soll zu DER führenden Gesundheitsregion im Herzen Europas werden. Touristische Leitprodukte sollen entwickelt werden, der Bekanntheitsgrad der Marke Waldviertel soll in ganz Österreich, sowie in den angrenzenden Nachbarländern gesteigert werden. Und sowohl die touristische Sommer- als auch die Wintersaison sollen durch entsprechende Angebote deutlich verlängert werden.


AF1-2 Neupositionierung von Handwerk und Manufaktur

Das Waldviertel ist gemeinsam mit Südböhmen eine internationale Musterregion für den Bereich Handwerk und Manufaktur. Seit dem 16. Jahrhundert bestimmen handwerkliche Bereiche wie Textilien, Glas, Holz, Stein und Fischzucht (Wasser) die Region und prägen so das kulturelle Lebensbild. Noch heute findet man die meisten aktiven Betriebe in unserer LEADER-Region in den Bereichen Gewerbe und Handwerk. Dieses wertvolle Potential der Region gilt es zu unterstützen und zu nutzen.


Die folgenden Strategien und Schwerpunkte sollen in der aktuellen Förderperiode umgesetzt werden:                           

    • Kooperationen für Betriebe im Bereich Handwerk und Manufaktur
    • Die Entwicklung einer gemeinsamen Dachmarke "Manufaktur Waldviertel" unter der handwerkliche Produkte der Region angeboten werden. Die Marke kann alle Arten von Handwerk umfassen, angefangen von typischen Kunsthandwerksprodukten wie Glas, Ton, Textil, Knöpfe, usw. über Gebrauchshandwerk (Schuhe, Möbel, …) bis hin zu Bauhandwerk Waldviertler Handwerker.
    • Die Einrichtung einer Handwerks- und Wirtschaftsdestination Waldviertel. Die Destination übernimmt neben der Vermarktung des Wirtschaftsstandorts auch die Verwertung der Marke "Manufaktur Waldviertel". Die Schaffung und Positionierung der Marke "Manufaktur Waldviertel", zusammen mit der Einrichtung einer "Handwerks- und Wirtschaftsdestination Waldviertel" soll sicherstellen, dass die Bedeutung des Handwerks und das Potential der Region als solide Basis für zukunftsgerichtete Betriebe hervorgehoben wird!
    • Diskussionsforum Handwerk 2.0: Wo sonst, als im Waldviertel könnte man besser über die Zukunft des Handwerks diskutieren? Ziel ist es, ein hochkarätiges, jährliches Diskussionsforum zu organisieren, in dem Experten über die Zukunft des Handwerks im 21. Jahrhundert diskutieren und über die Chancen und Anforderungen, die eine Kommunikation und ein Vertrieb über das Internet mit sich bringen.
    • Gründung und Etablierung einer Waldviertler Handwerksmesse – "Fest der Hände"
    • Informationskampagne und mediale Aufbereitung zum Thema Frauen in Handwerk und Technik. In Kooperation mit unseren Betrieben sollen Beispiele von Frauen gezeigt werden, die in technischen und handwerklichen Berufen erfolgreich sind, um auch anderen Frauen/Mädchen Vorbilder zu geben.
    • Top Ausbildner der Region: Kooperationen und gemeinsame Präsentation der regionalen Top-Betriebe als attraktive Arbeitgeber und interessante Ausbildungsbetriebe zur Imageaufwertung des Lehrberufs.

    VISION: Das Waldviertler Grenzland sowie das Waldviertel insgesamt sollen für die Zukunft als Handwerks- und Manufakturregion präsentiert und positioniert werden. Das Image des Waldviertels soll als Destination für Handwerk und Kreativität erweitert und bereichert werden. Die Marke "Handwerk und Manufaktur Waldviertel" soll entwickelt und ihr Bekanntheitsgrad am Markt soll deutlich ausgebildet sein.


    AF1-3 Stärkung von Land- und Forstwirtschaft in der Region

    Die Landwirtschaft nimmt in der LEADER-Region traditionell eine bedeutende Stellung ein. Nach wie vor sind rund 15% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. In den letzten Jahren ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region jedoch stetig zurückgegangen. Die Forstwirtschaft hat in der Region eine vergleichsweise geringere Bedeutung. Nur im Bezirk Gmünd gibt es einen annähernd gleich großen Anteil an land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen, in den beiden anderen Bezirken beträgt der Anteil an forstwirtschaftlich genutzten Flächen rund 30% und weniger.

    Die Land- und Forstwirtschaft stellt aber nicht nur für sich alleine einen wichtigen Wirtschaftssektor da, sie begründet auch die Existenz für andere Wirtschaftszweige des Agrarkomplexes (Nahrungs- und Genussmittel, Industrierohstoffe, Biomasse, Holzbearbeitung und -verarbeitung, Landesproduktenhandel, Landmaschinenmechaniker, usw.)

    Aber auch die enorme zusätzliche Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft für die Funktion der Landschaftsgestaltung und -pflege, den Erhalt der Kulturlandschaft, wasserwirtschaftliche Funktionen, Klimaschutz, Artenvielfalt, sowie in Folge ihre Bedeutung für damit in Verbindung stehende Branchen wie zum Beispiel den Tourismus in der Region kann nicht hoch genug eingeschätzt werden!

    Alle Maßnahmen und Projekte, die die Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft sowie in damit verbundenen Wirtschaftszweigen des Agrarkomplexes in direkter oder indirekter Form steigern können, können zur Förderung eingereicht werden. Auch Studien/Konzepte, die zum Ziel haben neue Märkte zu finden oder neue Möglichkeiten für die Verwertung landwirtschaftliche Produkte zu erarbeiten, sowie Projekte, die der Entwicklung und/oder Erforschung neuer Verfahren, Techniken oder Produkte in der Landwirtschaft dienen.


    Beispiele:
    • Weiterentwicklung der ökologischen Feldproduktion (Bio, Mischkulturen), Steigerung der Vielfalt, Biodiversität, Erhaltung seltener landwirtschaftlicher Kulturpflanzen, Züchtung von neuen Kulturlinien, Wiederbelebung von alten Nutztierrassen
    • Kaskadische Nutzung: Vorhandene Nebenprodukte von Pflanzen, Tieren, etc. für neue Verwertung nutzen, z. B. Als Tierfuttermittel oder zur Energiegewinnung

    • technische Entwicklungen zur Erhöhung der Produktqualität, Qualitätssicherung; Veredelungstechniken ; Fasertechnik - Entwicklung von Pflanzenfasern für techn. Anwendungen
    • Forstwirtschaft: Förderung von autochthonen = einheimischen Pflanzen für die Waldbewirtschaftung: Auswahl und  Selektion von standortangepassten Forstpflanzen, Aktivierung der Ressourcen mittels Durchforstung, Ideen/Projekte für die Vermarktung der Erzeugnisse

    • Wasser-/Teichwirtschaft: Fisch, Krebstiere – Züchtung, Produktionstechniken, Verarbeitung und Vermarktung, auch als Tierfuttermittel
    • Thema erneuerbare Energien: Pflanzenöltechnologie, nachhaltige Energiesysteme; Förderung der regionalen Erzeugung von Biomasse und Bioenergie

    • Konzepte für innovative Diversifizierung in der Landwirtschaft: damit ist gemeint, neue Betriebszweige aufzubauen, die nicht originär der landwirtschaftlichen Produktion zuzurechnen sind, die jedoch auf typische Ressourcen eines landwirtschaftlichen Betriebes zurückgreifen (Erwerbskombination - erfolgreich mit mehreren Einkommensquellen, Bsp.: Energiewirtschaft als Zusatzeinkommen, Green Care Aktivitäten), neue Nutzungsformen für Bauernhöfe
    • Aufbau und Unterstützung von vertikalen Kooperationen über mehrere Sektoren (Produktion, Verarbeitung, Vertrieb bzw. Dienstleistungen) zum Bsp. Zusammenarbeit zur Entwicklung neuer Verfahren, Technologien oder Produkte der Landwirtschaft, Kooperation zwischen Betrieben oder Unternehmen zur Vermarktung neuer Produkte der Region, Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Gewerbe (Produkte für Lebensmittelerzeuger), Kooperationen zur Entwicklung von Qualifizierungs-maßahmen, usw.

    • Innenmarketing: ein gemeinsames Identitäts- und Marketingkonzept für die Land- und Forstwirtschaft des Waldviertels, die Abstimmung von Aktivitäten, die Nutzung regionaler Stärken, die Abstimmung der einzelnen Angebotselemente im Sinne der gemeinsamen Strategie, die gemeinsame Erarbeitung und Weiterentwicklung nachfrageorientierter Lösungen
    • Konzepte, Maßnahmen und Projekte, die die Steigerung des Bewusstseins für regionale Produkte zum Ziel haben bzw. unterstützen -  die "Marke Waldviertel"

    • Projekte zum Thema Genussregionen (Karpfen, Erdäpfel, Mohn, Kriecherl, ..)

    VISION: Die "Marke Waldviertel"

    Produkte und Dienstleistungen aus dem Waldviertel genießen ein hervorragendes Image und Vertrauen. Regionale Produkte sind ein anhaltender Trend, der sogar in Supermarktketten immer größere Bedeutung hat. Regionale land- und forstwirtschaftliche Produkte sollen unter der gemeinsamen Dach-"Marke Waldviertel" Österreichweit, sowie in den angrenzenden Nachbarländern bekannt werden.


    AF2: Sicherung, Stärkung und/oder nachhaltige Entwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes

    AF2-1 Schutz der Natur- und Kulturlandschaft

    Das Waldviertler Grenzland ist geprägt von einer vielfältigen und außergewöhnlichen Natur- und Kulturlandschaft. Flachwellige Hochflächen, Mulden, Kuppen und Höhenzüge charakterisieren die Landschaft. Charakteristische Lebensräume sind Hochmoore, Moorwälder, Schlamm- und Hochstaudenfluren, trockene Heiden, Borstgrasrasen, Pfeifengras-, Glatthaferwiesen, Au- und Schluchtwälder, Hangmischwälder, Buchenwälder und bodensaure Fichtenwälder. Entsprechend der Vielfalt der Gebiete ist eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt anzutreffen. Das Landschaftsbild ist geprägt durch eine kleinteilige, extensive Landwirtschaft.

    Viele Gebiete des Waldviertels sind als Teil des europäischen Schutzgebietesnetzes "Natura 2000" zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten ausgewiesen. Dazu gehören vor allem die Flussläufe, Teiche und Moore des Waldviertels, sowie großräumigere, flächig bewaldete Gebiete die als Vogelschutzgebiete unter Schutz gestellt wurden. Neben fünf Naturparken gehören auch Landschaftsschutzgebiete mit einzigartigen Streifenfluren und Steinformationen zur Region.

    Die intakte Natur und die charakteristische und einzigartige Kulturlandschaft stellen eine der wichtigsten Ressourcen des Waldviertels dar. Ihr Schutz und ihre Erhaltung sind eine wesentliche Voraussetzung, um das Waldviertel auch in Zukunft als Gesundheits- und Erholungsdestination attraktiv zu erhalten. Neben diesem touristischen Argument sind der Naturschutz per se und der verantwortungsbewusste, schonende Umgang mit der Natur und die ökologisch nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen ein wichtiger Faktor für die Erhaltung eines gesunden und lebenswerten Lebensraumes. – Und das ist das Hauptargument dafür, warum Menschen sich entschließen sich im Waldviertel dauerhaft anzusiedeln! 


    Von LEADER unterstützt werden Projekte und Maßnahmen, die:

    • das Bewusstsein der Bevölkerung für Naturschutz, Umweltschutz, biologische Vielfalt (Biodiversität), ökologische Nachhaltigkeitsthemen, usw. stärken (Ausstellungen, Infozentren in den Naturparks, Workshops für Schulen, …)
    • Die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Teichwirtschaft, Tourismus und Naturschutz stärken (Bsp.: Weiterbildungen für Teichwirte zum Thema Plankton, Kleinlebewesen im Wasser, Insektenlarven, usw.; Teichwirte können dann selbst den interessierten Touristen, Schulklassen, usw. Informationen darüber anbieten)

    • Naturparke: Kooperationen zwischen den Naturparken, Ausarbeitung und Umsetzung von Projekten zu den vier Säulen der Naturparke: Schutz, Erholung, Bildung und Regionales

    • Schutzgebiete: Vernetzung, Kooperationen, Infoveranstaltungen zu relevanten Themen besonders zur Bedeutung und Wichtigkeit der biologischen Vielfalt (Biodiversität) für eine ökologisch intakte Region

    • Maßnahmen und Aktionen um die typische und einzigartige Kulturlandschaft des Waldviertels mit ihren Streifenfluren, Fluss- und Teichlandschaften nachhaltig zu sichern.


    AF2-2 Ausbau Kulinarik Waldviertel

    Die Produktion und Verarbeitung traditioneller Lebensmittel wie zum Bsp. Erdäpfel, Mohn, Kräuter, Gewürze, Karpfen, Hopfen und Bier, etc ist ein spezielles Kulturgut unserer Region. Die Konsumation von regionalen Spezialitäten ist neben der Landschaft und dem Gesundheits-/Erholungsaspekt eines der Hauptmotive für einen touristischen Ausflug ins Waldviertel. Unter Berücksichtigung der Bedürfnisse und Wünsche der Gäste wurde vor einigen Jahren die Initiative "Waldviertel – ganz mein Geschmack" gegründet. Das Angebot reicht von regionalen Waldviertler Spezialitäten im Online-Shop über Kulinarikangebote, kulinarischen Veranstaltungen bis hin zu Erlebnisangeboten, um den Herstellungs- und/oder Verarbeitungsprozess (z Bsp. Bierbrauen, Schnapsbrennen, etc.) von regionalen Produkten kennen zu lernen. Der Ausbau und die Weiterentwicklung dieser Initiative sollen auch zukünftig ein einzigartiges und umfassendes Genuss- und Geschmackserlebnis der Region garantieren.


    Von LEADER unterstützt werden Initiativen, Kooperationen und Projekte, die zu diesem Ziel beitragen können:

    • Neue Angebote oder kulinarische Angebotsweiterentwicklungen der Produzenten
    • Verbindung Geschmack/Genuss mit Kultur/Brauchtum/Tradition, Veranstaltungen zum Thema Genuss, Kultur und Brauchtum

    • Steigerung des Bekanntheitsgrades bestehender Veranstaltungen und Stärkung des Images des Waldviertels als Kulinarik- und Genussregion
    • Ausbau bestehender Kooperationen zum Thema (z. Bsp.: "Lainsitzer Erpfi")

    • Aufbau neuer Kooperationen um neue Angebote oder Leistungsketten zu schaffen (Produzenten- Handel – Tourismus – Gastronomie)
    • Schaffung Verbindung Leistungspartner - Nächtigungsbetriebe

    • Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zum diesem Themenbereich, z Bsp Ausbildung von geschulten Mitarbeitern zu GenussbotschafterInnen, inkl. Qualitätssicherung, etc.

     Vision:  Das Waldviertel soll unter anderem als DIE Genussregion Österreichs bekannt werden!


    AF2-3 Erhaltung traditionellen Kulturgutes

    Die Zukunfts- bzw. Trendforschung zeigt deutlich auf, dass sich die Menschen in unserer sich rasant verändernden Umwelt zukünftig noch stärker nach Tradition, Produkten mit Geschichte und der damit assoziierten Stabilität und Sicherheit sehnen werden.

    Die traditionelle Handwerkskunst stellt im Waldviertel seit jeher einen Wert dar. Die Kunst der Produkterzeugung- und Veredelung wurde und wird über Generationen hinweg weitergegeben. Alte Handwerke wie zum Beispiel Metalldrücken, Papierschöpfen, Teppichknüpfen, Klöppeln, etc. werden im Waldviertel noch ausgeübt bzw. sind hier zu besichtigen. Einige traditionelle Handwerksbetriebe können bereits heute von Gästen besucht und besichtigt werden (Glasblasen, Papiermühle, Sonnenuhren etc.), zahlreiche weitere Betriebe wo das noch nicht möglich ist, bieten jedoch umfassendes touristisches Potential. Die Schaffung zahlreicher unterschiedlicher Angebote in traditionellen Waldviertler Handwerksbetrieben, angefangen von der Betriebsbesichtigung, über die Möglichkeit für Besucher, das Handwerk auszuprobieren und Kleinigkeiten zum Mitnehmen selber zu gestalten, bis hin zu mehrtägigen Handwerks-Workshops ist eine der Hauptzielsetzungen dieses Schwerpunkts.


    Darüber hinaus werden folgende Aktivitäten zum Thema Erhaltung traditionellen Kulturguts und Waldviertler Handwerk gefördert, die zum Ziel haben:

    • neue Angebote und/oderLeistungsketten  zu schaffen (Veranstaltungen, Kursangebote)
    • alte Produktionsmethoden und Verfahren wiederzubeleben oder zu sichern

    • Den Bekanntheitsgrad des Waldviertler Handwerks zu steigern
    • Gründung und Etablierung von "Waldviertler Handwerkswochen"
    Das Waldviertler Grenzland sowie das Waldviertel insgesamt soll sowohl im Bewusstsein der einheimischen Bevölkerung, als auch in der Wahrnehmung von außerhalb zu einer "Destination für Handwerk" erweitert werden. Siehe auch Förderschwerpunkt 1-2 Neupositionierug von Handwerk und Manufaktur. Eine wesentliche Zielsetzung dabei ist die realwirtschaftliche Steigerung der Wertschöpfung für Waldviertler Handwerksbetriebe. Um das zu erreichen, soll Marke "Handwerk und Manufaktur Waldviertel" entwickelt und ihr Bekanntheitsgrad am Markt etabliert werden. Der Weg über die Tourismusschiene ist dabei ein wesentlicher, um das Waldviertler Handwerk an sich und die Qualität seiner Betriebe und Leistungen sowohl in Österreich als auch den umliegenden Nachbarländern bekannt zu machen.


    AF3:  Aufbau und Stärkung von Strukturen und Funktionen, die dem Gemeinwohl der Bevölkerung zu Gute kommen

    AF3-1 Junges Waldviertel

    Wie in vielen anderen ländlichen Gebieten hat auch in der LEADER-Region Waldviertler Grenzland die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten stetig abgenommen. Das ist einerseits auf die negative Geburtenbilanz, andererseits auch auf die Abwanderung junger Menschen zurückzuführen. Die Bevölkerungsprognose bis 2030 gibt hier keine Entwarnung, es wird für die drei Bezirke der Region ein weiterer Bevölkerungsrückgang von -3,8% (im Durchschnitt) prognostiziert. Die Folgen eines solchen Bevölkerungsrückgangs besonders auch für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region sind gravierend. Betrieben in ländlichen Gebieten fällt es zunehmend schwer, qualifizierte Nachwuchskräfte zu finden. Dazu kommt, dass es durch die Abwanderung der Jüngeren zu weiteren Einschränkungen der Infrastruktur, z. B. dem öffentlichen Nahverkehr, Sport- und Feizeitstätten und -angeboten, sowie der Kinderbetreuung kommt. Dadurch verliert die Region aber für junge Menschen weiter an Attraktivität als Lebensraum.

    Natürlich ist das maßgebende Kriterium fürs hier Bleiben oder Wegziehen letztendlich der Arbeitsplatz. Entscheidend wird also sein, ob die Region es schafft, in Zukunft genügend Arbeitsplätze für junge, gut ausgebildete Menschen  zur Verfügung zu stellen. Nichtsdestotrotz ist auch die Attraktivität des Umfeldes ein wesentlicher Faktor, um junge Menschen ins Waldviertel locken zu können oder sie zum Bleiben zu veranlassen.

    Ein wichtiges Ziel des Förderschwerpunkts "Junges Waldviertel" liegt also auch darin, den Jugendlichen und jungen Menschen in Zukunft einen größeren Spielraum und mehr Mitsprache bei der Entwicklung der Region einzuräumen. Maßnahmen, die dazu geeignet wären, sind eine verbindliche Jugendquote in verschiedenen Gremien. Gemeinden, Kleinregionen, Dorferneuerung, Vereine etc. laden junge Mensche ein, um dort mitentscheiden und die Interessen der Jugend aus erster Hand vertreten zu können.


    Im Rahmen von LEADER gefördert werden:

    • Top Ausbildner der Region – Imagekampagne für Lehrberufe auch im Zusammenhang mit Handwerk & Manufaktur

    • Schulprojekte, Projekte für Jugendliche zum Thema Ausbildung, Berufe, "Was kann man in der Region alles werden"
    • Kooperationen zwischen Wirtschaft (regionalen Betrieben) und Schulen

    • Alle Initiativen, um Jugendlichen und Schülern schon frühzeitig Informationen über Vereine und Organisationen in der Region zu vermitteln und über demokratische Beteiligungsprozesse

    • Jugendkulturzentren, Jugendfestivals

    • Projekte zum Thema Jugend trifft Alter

    • Ausbildung und Installierung von Jugendcoaches und Mentoren in verschiedenen Vereinen, Gremien, Betrieben, etc.

    • Innovative regionale Mobilitätsangebote für Junge (und Alt)


    AF3-2 "Langes Leben" im Waldviertler Grenzland

    Auch dieser Themenschwerpunkt betrifft das "Hierbleibenkönnen" in der Region Waldviertler Grenzland. Der Schwerpunkt konzentriert sich nicht nur auf das Alter, sondern betrifft im Grunde die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen an ihren Lebensraum/Wohnstandort in verschieden Lebens- und Neustartphasen, von der Jugend beginnend über Haushalts- und/oder Familiengründung, eventuell Trennung, Pensionsantritt bis hin zu den veränderten Bedürfnissen im Alter. Für alle diese Lebensphasen müssen die passenden Wohn- und Daseinsangebote vorhanden sein, um lange und selbstbestimmt im Waldviertel leben zu können und zu wollen.

    Ziel ist, dass sich die Region durch gemeinsame Entwicklung ihrer Wohnangebote verstärkt als "lebenslanger Wohnstandort" etabliert. Das beinhaltet die Planung und Errichtung von Wohnformen für jedes Alter und für alle Lebensumstände: leistbar, barrierefrei, bei Bedarf mit Betreuungsangeboten. Mehrgenerationen-Wohnprojekte zum Beispiel können dazu einen wichtigen Beitrag liefern. Auch die Angebote "rund herum" wie Nahversorgung, Mobilitätsangebote, medizinische Versorgung und Pflegedienste, Freizeitangebote, aber auch Kinderbetreuung sind wesentliche Kernpunkte dieses Themenschwerpunkts.

    Neben den Aspekten der Daseinvorsorge sollen insbesondere die neuen technischen Möglichkeiten im Bereich Wohnen in die Planung und Umsetzung von Projekten einfließen. Wohnangebote, die zwischen dem separierten, unabhängigen Wohnen und dem stark fremdbestimmten, umsorgten Wohnen weitere Wahlmöglichkeiten eröffnen. Ziel sollte sein, diese Angebote in den normalen Wohnungsbau oder in die Wohnraumsanierung (bevorzugt in den Ortskernen) zu integrieren.

    Um diesen umfangreichen Themenkomplex hauptverantwortlich und professionell zu betreuten, soll eine regionale Projektgruppe geschaffen werden. Zu ihren Aufgaben zählt die Erhebung der regionalen Nachfrage, die Standort- und Objektauswahl, die Erarbeitung von Umsetzungskonzepten gemeinsam mit externen ExpertInnnen, die Erhebung, der Aufbau und die Sicherung der Angebote "rund herum", die Information und Beratung der Bevölkerung u.v.m.


    Gefördert werden alle Projekte, Initiativen und Aktionen, die etwas dazu beitragen können, um das Waldviertel als lebenslangen Wohnstandort zu etablieren:

    • Mehrgenerationen-Wohnprojekte
    • Konzeption und Bau von "mitalternden Wohnungen" und Häusern

    • Alternative Nahversorgungsprojekte
    • Alternative und altersgerechte Mobilitätsangebote

    • Alternative  Kinderbetreuungsangebote


    AF3-3 Regionales Lernen

    Ein wesentlicher Punkt für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit  einer Region stellt das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften dar. Hier muss es im Waldviertel zu einer viel stärkeren Anpassung der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an die Nachfrage am Arbeitsmarkt geben, als das bisher der Fall war. Sei es im Tourismus, bei den Gesundheitsbetrieben, im Sozial- und Pflegebereich oder auch bei industriell – gewerblichen Unternehmen, die erwartete zunehmende Nachfrage nach Arbeitskräften sollte im Idealfall durch lokales Angebot mit den entsprechenden Qualifikationen gedeckt werden können. 

    In den letzten Jahrzehnten wurde in der Region vor allem das kaufmännische Bildungsangebot ausgebaut. Jede der drei Bezirkshauptstädte besitzt eine Handelsschule bzw. Handelsakademie. Bei der technischen Fachausbildung jedoch gibt es Lücken  Hier müsste es vermehrt Ausbildungsangebote geben, um den Bedarf der Betriebe an  technisch ausgebildetem Personal zu decken. Dazu müsste auch nicht von Grund auf in neue Schulen investiert werden. Die erforderlichen Lehrwerkstätten können auch durch Kooperationen mit leistungsfähigen lokalen Produktionsunternehmen bereitgestellt werden.

    In vielen Aufgabenbereichen gewinnen ganzheitliche Lösungen an Bedeutung. Reine Spezialisten sind nur noch in den wenigsten Bereichen gefragt. Die Einbindung von Schnittstellenwissen in die Lehrpläne, egal ob nun technischer, kaufmännischer oder wirtschaftlicher Richtung wäre demzufolge von essentieller Bedeutung. Auch eine solide Ausbildungsbasis im naturwissenschaftlichen - ökologischen Bereich, Klimaschutz und erneuerbare Energie (Schlagwort "Green Jobs") wäre wichtig.

    Der Gesundheits- und Wellnesstourismus stellt eine wesentliche Entwicklungsperspektive für das Waldviertel dar. Die Verbindung von kaufmännischer mit touristischer Ausbildung, die Verknüpfung der landwirtschaftlichen Ausbildung mit der Ernährungswissenschaft mit dem Ziel der Vermarktung der Produkte vor Ort, das alles würde dazu beitragen, qualifizierte Arbeitskräfte für diesen Bereich auszubilden

    Die erwartete Nachfrage nach Arbeitskräften mit Wissen in mehreren Gebieten könnte außerdem durch regionale Aus- und Weiterbildungsangebote für Erwachsene ermöglicht werden. Derartige Weiterbildungsmöglichkeiten, egal in welchem Bereich sind in unserer Region derzeit nur eingeschränkt vorhanden. Durch Kooperation und Vernetzung der vorhandenen Bildungsanbieter und durch Schaffung von Strukturen und Wegen, diese Bildungsangebote auch vermehrt in die Region zu bringen, sollte hier möglichst bald Abhilfe geschaffen werden.


    Von LEADER gefördert werden dahingehend alle Initiativen, Maßnahmen Projekte, Studien, usw. deren Ziel es ist Bildung auf allen Ebenen in die Region zu bringen.

    • Kooperation und Vernetzung der Bildungsanbieter
    • Kooperationen von Schulen untereinander und/oder Schulen und Betrieben

    • Bildungsberatungsstellen
    • Bildungsdatenbank

    • Innovative Bildungsprojekte wie z. Bsp. mobiles Lernen
    • Informationsveranstaltungen und Weiterbildungsmaßnahmen zu verschiedensten umweltrelevanten Themen wie zum Bsp. Klimaschutz, erneuerbare Energie,

    • Naturpädagogische Projekte
    • Bewusstseinbildung für Handwerk und Manufaktur